Geschichte

Einmal im Jahr trafen sich die Lebacher in den früheren Jahren sicher - beim Lebacher Jägerball - und in einer solchen ausgelassenen Runde wurde 1958 auch erstmals die Idee der Gründung eines Tennisclubs geäußert. Die zaghaften Versuche überdauerten gerade noch die Karnevalszeit, ohne ein entsprechendes Interesse in Lebach gefunden zu haben. 

Aber bei ein paar Sportbegeisterten war trotzdem der Wunsch, selbst Tennis zu spielen, lebendig geblieben und sie haben dann im Sommer 1958 und 59 bei dem erst 1956 gegründeten TC Schmelz ihre ersten Versuche mit dem Filzball begonnen. Zu normalen Tageszeiten war natürlich für Fremde nie Platz, so dass meist von 6-8 Uhr morgens gespielt werden musste. Beim Jägerball 1959 wurde dann die Idee des eigenen Lebacher Tennisclubs erneut diskutiert. 

Die Kinder einiger Initiatoren hatten in ihren Freundeskreisen am Tennisspielen Interesse erweckt. Herr Klaus Schirrmeister, Dr. App und Hans-Werner Hansen nahmen Kontakt mit Bürgermeister und Gemeinderat auf wegen der Überlassung geeigneten Geländes. Bürgermeister Michael Riehm und der damalige Gemeinderat haben eigentlich sofort Verständnis für unser Bestreben gezeigt und uns bei diesen Vorbesprechungen das Gelände beim Schwimmbad in Aussicht gestellt, wenn sich ein Tennisclub gründen würde, im Vereinsregister eingetragen würde und ein ordnungsgemäßer Antrag auf Geländezuweisung gestellt würde. Nach diesen erfolgversprechenden Vorarbeiten wurde offiziell zur Gründungsversammlung am 6.6.1959 im Gasthaus Scherer eingeladen, in der sofort 37 Anwesende ihren Beitritt zum neuen Tennisclub Lebach erklärten und einen Vorstand wählten. Architekt Schirrmeister, Dr. App, Albert Freichel und Hans-Werner Hansen, die bereits die Verhandlungen mit dem Gemeinderat geführt hatten, übernahmen den Vorsitz. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch 4 aktive Tennisspieler im Club. 

Anerkennungswert war die schnellte Entscheidung des Gemeinderates, der uns nach einer gemeinsamen Ortsbesichtigungdas Gelände unserer heutigen Platzanlage zuwies. Die Forstverwaltung war ausnahmsweise bereit, im Sommer die alten Eichen, die durch Bombenschäden und Baumkrankheiten nicht mehr besonders wertvoll waren, zu fällen. Heute klingt es fast unglaublich, dass dann mit sehr geringem Maschineneinsatz und ohne wesentliche finanzielle Mittel der erste Platz in Eigenleistung bis auf die oberste Ziegelmehldecke Anfang November 1959 fertig war. 

Da die Mitgliederzahl Ende 1959 bereits auf knapp 100 angestiegen war, sollte zu Beginn der Spielzeit 1960 und bedingt der zweite Platz fertig werden. Im Laufe des Winters musste die Finanzierung sicher gestellt werden, da ein Zuschuss der Gemeinde vom Gemeinderat abgelehnt worden war, da keine überschüssigen Mittel zur Verfügung standen. Zu dieser Gemeinderatssitzung war der Vorstand des Tennisclubs zum Vortrag eingeladen und da zeigte es sich doch, dass 1959 Tennis noch kein Volkssport war, der auf finanzielle Zuweisungen der Gemeinde rechnen kann. Der Vorstand musste sich zu Aufnahme eines Bankdarlehens mit persönlichen Bürgschaften und einer Ausfallbürgschaft entschließen. 

Im Winter 1959/60 wurde das Waldgelände gerodet und Mitte Mai 1960 waren zwei Plätze spielbereit. Bei der offiziellen Einweihung der Plätze sprachen der Präsident des saarländischen Tennisbundes Alfred Jensen, der Amtsvorsteher Peter Schmitt, der Bürgermeister Michael Riehm und ein Vertreter des Gemeinderates, bevor Pastor Dr. Quirin die Plätze einsegnete. Aber außer den beiden Plätzen fehlte dem jungen Club alles, keine Umkleidemöglichkeit, keine sanitären Anlagen, kein Wasser, kein Strom. Der Wasseranschluss bei der Blinden- und Gehörlosenschule - über 200m - kostete die allerletzten, durch Spenden besorgten Mittel des Clubs. Albert Freichel stiftete ein Gartenhaus, das an einem Samstag abmontiert und unter 2 alten Eichen am Spielfeldrand wieder aufgebaut wurde. Und dann hatten wir ja auch noch einen schönen Wald..... 

Im Sommer 1960 war die Mitgliederzahl auf über 100 angestiegen, aber diese anfängliche Euphorie war dann doch nicht so dauerhaft. Am 1 Januar 1963 wurden noch 73 Mitglieder, überwiegend Erwachsene, gemeldet. Bei einer ganzen Reihe Mitglieder der ersten Stunde war die Begeisterung sehr schnell abgekühlt, als Arbeitsleistungen gefordert wurden. Andere waren enttäuscht, dass das so leicht aussehende Tennisspiel Anstrengungen und Schweiß erfordert und Erfolgserlebnisse anfangs selten sind. Durch verstärkte Jugendwerbung und Förderung war dann von 1963 an einlangsames aber stetiges Wachsen der Mitgliederzahl festzustellen und als dann 1965 mit Zuweisung des saarländischen Tennisbundes und Eigenleistung ein kleines Clubhaus mit sanitären Anlagen eingeweiht werden konnte, entwickelte sich auch etwas wie ein Clubleben. Die Lage unserer Plätze mitten im Wald ist wunderschön, ruhig und windgeschützt, aber die Entfernungen zu den nächsten Wasser-, Strom- und Kanalanschlüssen sind sehr gross und dadurch sehr teuer. Auch jetzt war durch die Gemeinde noch keine finanzielle Unterstützung zu erhalten; erst 1969 übernahm sie die Arbeitsleistung zur Verlegung von Strom und Telefon vom Lebacher Freischwimmbad zum Clubhaus, wobei aber die Materialkosten vom Club bezahlt werden mussten. Mit dem Ansteigen der Mitgliederzahl und den ersten sportlichen Erfolgen wurde der Bau weiterer Plätze notwendig. 

Das zugewiesene Gelände war wegen einer vom Hoxberg herabziehenden Moräne sehr schwierig und erforderte teure Erdarbeiten. Mit Zuweisung des Tennisbundes, Eigenkapital und Bankkredit wurde Platz 3 und 4 gebaut. Bei der Einweihung 1971 demonstrierten die Saarbrücker Spitzenspieler Wilhelm Burgemeister und Fries nachahmenswertes Tennis. 1973 begann die Vorplanung einer Einplatz-Tennishalle, die im Oktober 1974 mit dem umgebauten und erweiterten Clubhaus eingeweiht wurde. Als 1977 zwei weitere Plätze notwendig wurden, gab es erst langwierige Verhandlungen mit dem Stadtrat, wobei erst das Gutachten der Forstbehörde ausschlaggebend war. Platz 5 und 6 konnten im Frühjahr 1978 eingeweiht werden. Seit den ersten Jahren seines Bestehens hatte der Tennisclub Lebach ein ausgezeichnetes Verhältnis zu den Lebacher Fallschirmjägern. Viele Bundeswehrangehörige haben bei uns Tennis gespielt. Durch diese sportlich-freundschaftliche Verbindung hatte der Club seit 1968 die Möglichkeit, einen Herbst-Tennisball im Offiziers-Casino der Graf-Haeseler-Kaserne zu veranstalten. 

Dieser Tennisball war jahrelang mit dem Offiziersball des Lebacher Standortes das gesellschaftliche Ereignis Lebachs mit Beteiligung des saarländischen Tennisbundes und der benachbarten und befreundeten Tennisclubs. Leider war seit 1979 ein zunehmendes Desinteresse und mangelnde Unterstützung der eigenen Mitglieder festzustellen, so dass sich 1983 Vorstand und Festausschuss wegen der Defizite um Verzicht auf den Ball entschließen mussten.

Der Tennisball wurde 1997 erneut ins Leben gerufen und fand bis zum Jahr 2003 jährlich am Samstag vor dem 1. Advent im Offizierskasino der Graf Haeseler Kaserne bzw. im Restaurant Pertel-Guth in Primsweiler statt. 2003 wurde er dann aus dem gleichen Grund wie bereits 1983 wieder eingestellt. Ebenfalls im Jahr 1997 startete auf der Anlage des TC Lebach der BMW Tennis-Cup International, ein reines Amateurturnier mit attraktiven Preisen, das seit 1990 bundesweit ausgetragen wurde. Bei dem Turnier, das in Lebach in Zusammenarbeit mit dem BMW Autohaus Feld durchgeführt wurde, qualifizierten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein späteres Landesfinale, das im Ausland ausgetragen wurde, und ggf. sogar für das Weltfinale. Dieses Turnier fand jährlich an den Pfingsttagen statt. Im Jahr 2002 wurde es mangels Interesse bei den Spielerinnen und Spielern seitens BMW nicht mehr ausgeschrieben.

In der 2. Hälfte der 1990er Jahre machte sich das Ende des Tennisbooms auch im TC Lebach durch ständig sinkende Mitgliederzahlen deutlich bemerkbar. Im Jugendbereich hatte der TC Rot-Weiss im Jahre 1996 einen absoluten Tiefstand mit noch nicht mal mehr 20 Kindern und Jugendlichen erreicht.

In den folgenden Jahren konnte dieser Negativentwicklung mit diversen Maßnahmen und unter großen Anstrengungen erfolgreich entgegengewirkt werden.

Als eine Maßnahme gezielter Jugendarbeit wurde im Jahre 1996 durch die damalige Jugendwartin die Sommerferienwoche ins Leben gerufen, bei der Jugendliche das Tennisspielen erlernen oder aber auch verbessern konnten.

Zunächst wurde eine Woche angeboten, an der etwa 15 Kinder teilnahmen. In den darauf folgenden Jahren erfreute sich dieses Angebot zunehmender Beliebtheit, so dass wir seit einigen Jahren zwei Sommerferienwochen durchführen mit durchschnittlich 25 bis 30 Kindern pro Woche.

Des Weiteren wurde am 8. Juni 1998 auf Anregung des langjährigen Mitgliedes und damaligen Landessportpräsidenten Albert Wagner ein Förderverein zugunsten der Jugendarbeit im TC Lebach gegründet. 11 Gründungsmitglieder, später kamen noch einige Mitglieder hinzu, leisteten mit ihrer finanziellen Unterstützung einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu einer erfolgreichen Jugendarbeit.

Engagement für die jungen Menschen und ein qualifiziertes Training taten ein Übriges und bescherten dem TC Lebach im Laufe der Jahre eine Mitgliederzahl von durchschnittlich 50 bis 60 Kindern und Jugendlichen.

Die positive Mitgliederentwicklung im Jugendbereich konnte im Erwachsenenbereich leider nicht verzeichnet werden. Seit 1997 sanken die Mitgliederzahlen konstant bis zu einem Tiefststand von 159 Mitgliedern Anfang 2007.

Aber der Vorstand ließ sich nicht entmutigen und beschloss im Jahre 2006 mit Rückendeckung der Mitgliederversammlung noch einmal zu investieren, um den TC Rot-Weiss attraktiver zu machen! Die Halle wurde renoviert: sie bekam eine neue Heizung und einen neuen Boden, einen Ziegelmehlboden ‚Tennis Force H.S.’, eine absolute Innovation. Der TC gehörte bundesweit zu einem der ersten Clubs, der sich für diesen einem Freiplatz zu vergleichenden Belag entschied und war im Saarland der erste Club, der einen solchen attraktiven Hallenplatz vorweisen konnte.

Mit Unterstützung der Sportplanungskommission und einer Ausfallbürgschaft seitens der Stadt Lebach konnte der Betrag von € 36.000,-- gestemmt werden. Projekte mit der VHS, Schulkooperationen, Tennis- sowie kulturelle Veranstaltungen im Club und vieles mehr führten dann schließlich punktgenau zum 50jährigen Vereinsjubiläum zum sehnlichst erhofften Ergebnis: Zu Beginn des Jahres 2009 konnte ein Mitgliederzuwachs von fast 10% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Derzeit kann sich der Tennisclub über 192 Mitglieder freuen, Tendenz steigend.

Last but not least sollen anlässlich des 50jährigen Bestehens des TC Lebach noch zwei Namen, erwähnt werden, die eng mit der Geschichte des Clubs verbunden und aus ihr nicht wegzudenken sind: Dr. med. Carl App und Werner Klein.

Beide sind bzw. waren ‚Männer der ersten Stunde’, Gründungsmitglieder. Dr. Carl App war mit kurzer Unterbrechung bis zu seinem Tode im Jahre 1987 Vorsitzender des TC Lebach, und er prägte den Club in dieser Zeit wie kein anderer. Engagement, Kompetenz und unermüdlicher Einsatz für den Tennissport und für ‚seinen Club’ zeichneten ihn aus und machten ihn sowie den TC Lebach weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.

Werner Klein, im Gründungsjahr fünfundzwanzig Jahre alt, gehörte zu den ‚jungen Wilden’, tennisverrückt, ehrgeizig und mit hohem sportlichen Anspruch an sich selbst, erlangte auf Grund seiner sportlichen Erfolge innerhalb kürzester Zeit saarlandweit einen großen Bekanntheitsgrad. Auf Bezirks- und Landesebene erzielte er zahllose Siege und Meistertitel, zunächst im aktiven Bereich, später dann in den entsprechenden Altersklassen. Auch heute geht Werner Klein noch immer gerne seinem Hobby nach, obgleich seine Gesundheit es ihm seit einigen Jahren nicht immer gestattet.